IPv4 und IPv6: Die Unterschiede

IPv4 ist der alte Standard mit knappem Adressvorrat, IPv6 der Nachfolger mit praktisch unbegrenztem Platz. Hier steht, was sich unterscheidet und was das für dich bedeutet.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

Kurz gesagt: IPv4-Adressen bestehen aus 32 Bit und sind aufgebraucht. IPv6-Adressen haben 128 Bit und lösen das Platzproblem. Beide Versionen laufen heute parallel. Welche dein Anschluss nutzt, siehst du auf der Startseite.

Die Unterschiede im Überblick

MerkmalIPv4IPv6
Adresslänge32 Bit128 Bit
Adressenca. 4,3 Milliardenca. 3,4 × 1038
SchreibweiseDezimal, durch Punkte getrenntHexadezimal, durch Doppelpunkte getrennt
Beispiel203.0.113.422001:db8::8a2e:370:7334
AdressknappheitJa, freie Adressen sind aufgebrauchtNein
NATMeist nötig, um Adressen zu sparenNicht nötig
AdressvergabeDHCP oder manuellAutomatisch (SLAAC) oder DHCPv6
Rundruf an alleBroadcastMulticast (kein Broadcast)
Paketkopf (Header)20 bis 60 Byte, variabel40 Byte, fest

IPv4 im Detail

IPv4 ist seit den frühen 1980er-Jahren im Einsatz und trägt bis heute einen großen Teil des Internets. Eine Adresse besteht aus vier Zahlen von 0 bis 255, etwa 203.0.113.42. Das ergibt rund 4,3 Milliarden mögliche Adressen.

Was einst nach unerschöpflich klang, reichte nicht für Milliarden Smartphones, Computer und vernetzte Geräte. Mit NAT behilft man sich: Der Router teilt eine öffentliche Adresse auf viele Geräte im Heimnetz auf. Das funktioniert gut, hat aber Nachteile, etwa bei Portfreigaben oder direkten Verbindungen zwischen Geräten.

IPv6 im Detail

Eine IPv6-Adresse hat 128 Bit und wird als acht Gruppen aus je vier Hexadezimalzeichen geschrieben, getrennt durch Doppelpunkte. Das ergibt etwa 340 Sextillionen Adressen. Genug, um jedem Gerät eine eigene weltweit eindeutige Adresse zu geben.

So werden IPv6-Adressen abgekürzt

Die langen Adressen lassen sich mit zwei Regeln verkürzen:

  1. Führende Nullen innerhalb einer Gruppe dürfen weggelassen werden.
  2. Eine zusammenhängende Folge von Null-Gruppen darf einmal durch :: ersetzt werden.
2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:8329   voll ausgeschrieben
2001:db8:0:0:0:ff00:42:8329               führende Nullen entfernt
2001:db8::ff00:42:8329                    Null-Gruppen mit :: verkürzt

Aufbau und Adressarten

Bei Heimanschlüssen weist der Anbieter dem Router einen Präfix zu, oft mit der Länge /56 oder /64. Die ersten 64 Bit einer Adresse bezeichnen das Netz, die letzten 64 Bit das Gerät. Die wichtigsten Arten:

Warum gibt es zwei Versionen?

Die Verteilstelle IANA hat 2011 ihre letzten freien IPv4-Blöcke an die regionalen Registries vergeben. Die RIPE NCC, zuständig für Europa, hatte 2019 keine freien IPv4-Adressen mehr zu vergeben. Neue Adressen gibt es seitdem nur noch aus Restbeständen oder über den Handel.

IPv6 wurde dafür entwickelt, ist aber nicht rückwärtskompatibel: Ein reines IPv4-Gerät kann nicht direkt mit einem reinen IPv6-Gerät sprechen. Deshalb läuft der Umstieg schrittweise, mit beiden Protokollen nebeneinander. Wie weit IPv6 verbreitet ist, zeigt die öffentlich einsehbare IPv6-Statistik von Google.

Dual Stack, DS-Lite und CGNAT

Für Privatanschlüsse gibt es vor allem drei Varianten:

Mit CGNAT sind Portfreigaben für IPv4 nicht möglich, und die IPv4-Adresse, die diese Seite zeigt, gehört mehreren Kunden zugleich. Wer Heimserver, Spielehosting oder Fernzugriff betreibt, kommt dann am besten über IPv6 oder einen Dienst mit DynDNS ans Ziel. Ein Hinweis: Zeigt dein Router eine IPv4-Adresse im Bereich 100.64.0.0 bis 100.127.255.255 als Internetadresse, steckst du sehr wahrscheinlich hinter CGNAT.

Sicherheit und Datenschutz bei IPv6

IPv6 prüfen und aktivieren

  1. Öffne die Startseite. Steht neben „IPv6“ eine Adresse, nutzt dein Anschluss es bereits.
  2. Wenn nicht: Sieh in den Einstellungen deines Routers nach, ob IPv6 aktiviert ist. Bei vielen Modellen steht es unter den Internet-Zugangsdaten.
  3. Frage im Zweifel deinen Anbieter, ob dein Tarif IPv6 unterstützt. Bei vielen Anbietern ist es inzwischen Standard.
  4. Starte den Router nach einer Änderung neu und prüfe die Startseite erneut.

Häufige Fragen

Ist IPv6 schneller als IPv4?

Nicht grundsätzlich. Die Geschwindigkeit hängt vor allem von deinem Anschluss ab. In manchen Netzen entfällt bei IPv6 aber das zusätzliche NAT des Anbieters, was Verbindungen etwas direkter machen kann.

Ist IPv6 sicherer als IPv4?

Nicht automatisch. Entscheidend sind Firewall, Updates und Einstellungen. Bei IPv6 gibt es kein NAT, das Geräte nebenbei abschirmt. Die Firewall des Routers übernimmt diese Aufgabe, und gängige Router blockieren eingehende Verbindungen standardmäßig.

Kann ich IPv4 und IPv6 gleichzeitig nutzen?

Ja. Die meisten Anschlüsse laufen als Dual Stack mit beiden Protokollen. Dein Gerät wählt je nach Ziel und Verfügbarkeit selbst die passende Version.

Wird IPv4 abgeschaltet?

Ein Abschalttermin ist nicht in Sicht. Beide Protokolle werden voraussichtlich noch lange parallel genutzt, während IPv6 weiter wächst.

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